September 06, 2017

Muttergefühle. Zwei




Oder warum ich ein Kind mit Rike Drust bekommen würde

Als der Postbote klingelt um mir den neuesten heißen Scheiß in Buchform in die Hand zu drücken, kann ich es kaum erwarten. Zwischen Farbeimer und Umzugskiste will ich sofort loslegen. Lesen. Inhalieren. Die Worte, dessen Kombination und Wahl ich so liebe. Denn eines sage ich Euch, auf Rike ist Verlass. Da gehste mit keinem trockenen Auge raus. 
Wo sind eigentlich die ganzen Zettel, wenn man sie mal braucht?


Worum geht es denn eigentlich?

"Muttergefühle. Zwei" ist die Fortsetzung des überaus witzigen und lesenswerten Buches "Muttergefühle. Gesamtausgabe"
Rike Drust beschreibt erneut auf humorvolle und wahrhaftige Weise, wie es so ist, wenn man entscheidet, dass alles noch mal von vorne beginnt. Also das mit dem Kinder bekommen, dem Schlafmangel, der Freude, dem sich ärgern und vorallem das mit der Liebe. Die Autorin nimmt uns quasi mit. Nein, sie nimmt uns nicht nur mit, sie holt uns zu Hause ab. Vom ersten Gedanken an ein weiteres Kind, bis hin zur Geburt und dem Alltag mit mehr als einem Kind. 

Und was is´nu anders?

Ich bin sehr schnell gelangweilt von Artikeln oder Büchern, die mir dogmatisch und schleppend die allseits bekannte Schleife von dem, wie es zu sein hat, wie man sich zu fühlen hat und was man keinesfalls zu tun hat, vorbeten. Ich brauche niemanden, der mir sagt, wie er selbst etwas handhabt, weil er meint, dies sei der einzig richtige Weg. Und auch das verklären und wenig realistische darstellen von "so isses" ist etwas, das mich durchaus dazu bringt, ein Buch wieder beiseite zu legen. Bei Rikes Texten habe ich allerdings immer das Gefühl, als würde ich eine gute Freundin treffen, die kein Blatt vor den Mund nimmt und mir das Gefühl gibt, dass wir alle normal sind in unser Diversität.

Von der Beschreibung des Wunsches, nach einem Kaiserschnitt endlich die "richtige" Geburtserfahrung machen zu dürfen, über die Schilderung, wie ein richtig guter Dokumentarfilm (hier sei "The other F-Word" wirklich nochmal lobend zu erwähnen) einen abholen und umdenken lassen kann, bis hin zu dem Panikgedanken, ob man dazu wirklich bereit ist:

I feel you, Schwester! 

Ich habe albern in mich hinein gegackert, einige Tränchen vergossen und diesen Menschen, der da so ehrlich und frei von seinen Erfahrungen und Gedanken erzählt, noch einmal mehr lieb gewonnen.
Mein Fazit

Auch dieses Buch wird nicht nur wieder in meinem Bücherregal, sondern auch in der ein oder anderen Gabentüte für Freund*innen landen. Schon Rikes erstes Buch empfehle ich immer wieder gern weiter, wenn ich gefragt werde, was man denn so schenken könnte. Da ist das zweite Exemplar doch eine super Ergänzung.

Das Thema Vereinbarkeit, welches mir persönlich auch sehr am Herzen liegt, wird immer wieder aufgegriffen. Ich denke, dass es wichtig ist, diesen Umstand, der leider immer noch nicht ideal ist, allen immer wieder ins Bewusstsein zu rufen. Rike trägt hier zu einem Großteil dazu bei.

Würde es nach mir gehen, würde ich wollen, dass Rike noch viele Kinder bekäme, nur um das lesen zu können. Dank vieler schöner, ruhiger, aufgebrachter aber vorallem liebevoll ehrlicher Worte, da weiß ich nun, dass dieser Schritt machbar und ok ist. Das alles menschliche auch beim Elternsein erlaubt und vorallem wichtig ist.

Und ich ergänze:
Würde es nach mir gehen, würde ich wollen, dass Rike noch viele Kinder bekäme, weil es dann ein paar wunderbare kleine und große Menschen mehr auf dieser Welt gäbe.


Die harten Fakten


"Muttergefühle. Zwei" gibt es ab dem 04.09.17 bei Eurem Lieblings-Buchhändler.Die Hardcover-Ausgabe kostet 15 € und ist im C. Bertelsmann Verlag erschienen.


Viel Freude damit





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